Nicht mehr, sondern selbstbestimmter arbeiten

gemeinfrei
05.04.2018

In Zeiten von Home-Office und Working Spaces hält die Bundesregierung nach wie vor am starren Arbeitszeitgesetz fest. Die Fraktion der Freien Demokraten will das ändern und setzt sich für mehr Flexibilität in der Gestaltung der Arbeitszeit ein. Und damit steht die Fraktion nicht alleine. So fordert auch das Deutsche Handwerk die Bundesregierung auf, das Arbeitszeitgesetz zu modernisieren.

Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion im Bundestag schon eingebracht, die Initiative zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes wurde an den Ausschuss für Arbeit und Soziales zur Beratung überwiesen. „Das deutsche Arbeitszeitgesetz passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit“, begründete der Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel die Initiative. Denn das aktuell geltende Arbeitszeitgesetz stammt aus dem Jahr 1994, damals gab es weder Smartphones noch Tablets und WLAN war ein Fremdwort.

Im Jahr 2018 sieht das ganz anders aus. „Die Digitalisierung verändert die Art, wie wir arbeiten: zu Hause, unterwegs, auf dem Smartphone oder im Café – es wird Zeit, dass auch die Gesetze zu unserem Arbeitsalltag passen!“, schrieb Vogel auf Facebook. Michael Theurer betonte in dem Zusammenhang, dass sich durch die Digitalisierung in vielen Branchen die Spielregeln des Wettbewerbs grundlegend geändert hätten.

Deswegen möchte die Fraktion die Gesetzesgrundlage modernisieren. Konkret will der Gesetzentwurf zwei Aspekte anpassen:

Zum einen soll die täglich vorgeschriebene Mindestruhe flexibler ausgelegt werden können. „Wer zum Beispiel heute Abend um 22, 23 Uhr noch eine dienstliche Mail schreiben oder auch nur lesen will, der darf die Arbeit am nächsten Morgen nicht vor 10 Uhr wiederaufnehmen, die aktuelle Gesetzeslage sieht eine ununterbrochene Mindestruhezeit von elf Stunden vor“, kritisierte Vogel in einem Gastbeitrag für die Huffington Post.

Zum anderen sollen Gewerkschaften und Arbeitgeber eine wöchentliche Obergrenze von 48 Stunden vereinbaren können. Dazu machte Johannes Vogel deutlich: „Ein tägliches Korsett ist aus der Zeit gefallen, stattdessen brauchen wir eine flexible Einteilung unter der Woche. Dabei soll die europäische Arbeitszeitrichtlinie als Orientierung dienen.“

Deutschland braucht einen modernen Rechtsrahmen, der die Chancen der Digitalisierung nutzt und den Menschen mehr Freiräume bei der Aufteilung ihrer Arbeitszeit unter der Woche gibt, ohne die maximale Wochenarbeitszeit anzutasten. Die Menschen sollen also nicht mehr, sondern selbstbestimmter arbeiten dürfen.